ausgeplaudert

Weihnachtswünsche …

Auf dem Wunschzettel ihrer Kinder tauchen Produkte auf, von denen unsere Bloggerin noch nie gehört hat

Weihnachtswünsche

Pina! Lulu! Kommt, lasst uns alle zusammen mal eure Wunschzettel verfassen.

Das lassen sich die beiden nicht zweimal sagen. Geschäftig kramen sie Blatt und Stifte hervor – wo sind noch mal die Adressen des Christkindes? –, schnell die drei Adventskranzkerzen anzünden und ab in den vorweihnachtlichen Thinktank. Akademisch-grüblerischer gehen selbst hochdotierte ProfessorInnen kaum vor. Nach minutenlangem Schweigen und Bleistiftkauen schiebt Lulu mir ihr Blatt hin: Mama, schreib bitte du, ich kann das doch noch nicht. Ich wünsche mir einen Draculaventilator.

Aha, gut, ja, ich notiere es. Der Startschuss ist gefallen für so allerlei wichtige Wünsche, die wie Regentropfen aus ihrem kleinen Mund prasseln: Und ein Glitzerball und ein Wasserball und eine Kugel – die sich drehen kann –, sowie eine Leiter, natürlich. Und einen Dracula. Und einen rosafarbenen Ventilator. Etwas hilflos schreibe ich mit. Irgendwie scheinen mir ihre Wünsche so, wie soll ich sagen, ähm, so – spontan, um nicht zu sagen: relativ ähnlich und relativ kurz gedacht …? Ich schreibe dennoch eifrig nieder, was unser Nesthäkchen so äußert und versuche, Lulus Fantasie mithilfe der Ideen ihrer großen Schwester ein wenig ausschweifender werden zu lassen. Pina, was hast du dir denn überlegt?

Pina lächelt. Aaaalso. Sie wünscht sich ein Tiere-Malset, T-Shirts mit Tieren darauf, ein Tier-Bastelheft und eine Playmobil Tierklinik. Ganz angetan von Pinas Wünschen prescht Lulu gleich wieder vor: Ja! Eine Tierkugel wäre schön und sie will auch einen Katzenventilator. Oder einen Hundeventilator. (Woher kommt eigentlich diese Ventilatoren-Besessenheit??) Lachend lege ich meinen Stift ab. Gut, ihr habt schöne Wünsche, aber lasst uns vielleicht auch noch einmal überlegen, ob ihr nicht auch etwas wünschen könnt, das ihr tatsächlich sogar braucht?
Etwas irritiert – alles Genannte brauchen sie ja unbedingt – lassen sich beide dennoch auf meinen Vorschlag ein. Bei stärkenden Mandarinenschnitzen gehen wir mal alles möglich durch: Ein schöner Rucksack für Lulu? Ihr alter Kindergartentornister ist mittlerweile wahrhaftig regelrecht kaputt benutzt. Und für Pina vielleicht ein Musikinstrument? Geige? Joa, nicht schlecht, aber vielleicht tut es auch eine Blockflöte …? Nein? Schlagzeug! Ok, vielleicht war ein Instrument doch keine so gute Idee …
So denken wir hin und her und alles Mögliche durch, bis wir am Ende ein paar richtig schöne, bezahlbare und dennoch sinnvolle Herzenswünsche beisammen haben. Glücklich will ich gerade unsere Wunschzettelsitzung beenden, als die beiden noch einmal ihre Köpfe zusammenstecken, etwas tuscheln und mich plötzlich mit leuchtenden Augen anstrahlen. Pina: MAMA! JETZT wissen wir, was wir uns wünschen. Ich wünsche mir eine Katze und Lulu wünscht sich ein Baby. Lulu ergänzt: Ja, aber ein Baby in deinem Bauch, mein Bauch ist noch zu klein, weißt du.

Ich glaube, mein Gesichtsausdruck ist augenblicklich nicht der intelligenteste: Ja … Äh – also nein! Sag mal, Lulu, wie war das noch mal mit dem Draculaventilator …?

Haben Eure Kinder auch so seltsame Wünsche?

Viele Grüße und noch eine schöne Adventszeit
Friederike

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