ausgeplaudert

Morgenstund’ … oder so

FRÜÜÜH-STÜÜÜÜCK, ihr Lieben!

Verschlafene Füßchen tapsen leise über unseren Flur, während ER und ich gerade in der Küche den Frühstückstisch vorbereiten. Willkommen, lieber Alltag, da bist du ja wieder! Es wäre jedoch gelogen, wenn ich sagte, wir hätten dich während der Weihnachts- und Neujahrspause vermisst.

Nach den Feiertagen fällt es unseren beiden Mädels wie auch uns Alten um einiges schwerer, das warme Bett frühmorgens zu verlassen. Vor allem, während es draußen noch „stockstunkel“ ist, wie Pina noch vor ein paar Jahren gesagt hätte.
Herzhaft gähnend nehmen wir am Tisch Platz, schweigend noch mit den Hinterlassenschaften des Sandmännchens kämpfend. Einzig ER hat morgens Elan und gute Laune, was selbst nach gut 12 Jahren Beziehung ein unerklärliches Rätsel für mich darstellt. Unseren Töchtern scheint es ähnlich wie mir zu gehen: Etwas entgeistert blinzeln beide seinem Lächeln entgegen – nur Lulu zaubert ein kleines, freundliches Mundwinkel-nach-oben-ziehen auf ihr Gesicht. Pina bleibt weiterhin ausdruckslos müde. Was wohl in ihren Köpfen vor sich geht? Wahrscheinlich ähnlich wenig wie bei mir … Einziges und vorrangiges Ziel: wach werden. Irgendwie.

Morgenstunde

Ich greife also nach meiner rettenden Tasse Kaffee und beginne eine Art Small Talk. Na, habt ihr gut geschlafen? Artiges Kopfnicken. Wahrscheinlich hätte ich meine Frage auch auf Chinesisch stellen können, sie hätten den Unterschied glaube ich gar nicht gemerkt. Ob der Super-duper-extra-wach-mach-Kakao denn schmeckt? Erneutes Kopfnicken. Mir gehen die Themen aus: Freut ihr euch auf Kita und Schule? Und abermals doppeltes Kopfnicken. Na gut – eine maximal bescheuerte Frage um diese Uhrzeit, ich sehe es ein. Wir verharren also wieder schweigend über unseren Tassen und warten kollektiv auf die Lebensgeister, die uns in der nächsten Viertelstunde heimsuchen müssten. Und tatsächlich: Nach der Hälfte ihrer Tasse fängt Lulu an zu grinsen und auch Pinas Bäckchen bekommen etwas Farbe. Halleluja!
ER freut sich riesig darüber. Nun muss er nicht mehr ganz „alleine“ frühstücken. Irgendwie tut ER mir leid – drei Morgenmuffel um sich herumsitzen zu haben ist sicherlich ein wenig erhebendes Gefühl. Also reiße ich mich zusammen, springe auf und rufe: Los geht’s, ihr Lieben! Der frühe Vogel fängt den Wurm!
Pina und Lulu prusten los. Waaas? Mama spinnt. Ich lege nach: Ja klar! Und Morgenstund‘ hat Gold im Mund! Los – ab ins Bad, Zähne putzen!
Unsere kleine, kichernde Karawane (iihh – Gold im Mund) zieht kollektiv an den gefliesten Wassertrog. Ich biege kurz vorher ab, um im Kinderzimmer die Klamotten für die beiden rauszulegen. Da höre ich, wie Lulu IHN fragt: Papa, liest du uns nach dem Zähneputzen noch eine Gutenachtgeschichte vor?

Tja. Ich fürchte, da ist jemand noch immer nicht ganz wach …

Eine schöne ausgeschlafene Woche wünscht Euch
Friederike

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